Carl von Marchesetti (Trieste, 17. Januar 1850 – 1. April 1926) war ein wichtiger italienischer Archäologe, Paläontologe und Botaniker, eine herausragende Figur in der kulturellen und wissenschaftlichen Geschichte von Trieste während der habsburgischen Periode und in den ersten Jahrzehnten des XX. Jahrhunderts.
Geboren in einer Familie alter bergamaskischer Herkunft, die sich in Trieste niedergelassen hatte, wurde Marchesetti 1876 Direktor des Museo Civico di Storia Naturale von Trieste, eine Position, die er bis 1921 innehatte, und trug entscheidend zur Neuordnung und Erweiterung der naturalistischen und archäologischen Sammlungen der Stadt bei.
Tätigkeit im Museum und Forschungen
Während seiner Amtszeit führte Marchesetti zahlreiche und grundlegende archäologische und paläontologische Forschungen im triestinischen Hinterland durch, insbesondere zwischen 1883 und 1892.
Zu seinen bedeutendsten Entdeckungen gehören:
- Die Überreste von Höhlenbären und Zeugnisse paläolithischer Populationen in der Grotta di Gabrovizza (auch bekannt als "Grotta dell'Orso").
- Die außergewöhnliche Nekropole von Santa Lucia di Tolmino, wo er etwa 210 Gräber aus der Bronzezeit identifizierte.
Beitrag zu den Castellieri
Marchesetti war einer der ersten Gelehrten, die einen wissenschaftlichen Beitrag zum Wissen über die castellieri leisteten, die prähistorischen Befestigungen, die typisch für das julianische Gebiet sind und ein grundlegendes Element darstellen, um die Kulturen der Bronzezeit und der Eisenzeit im Gebiet zwischen Trieste und dem Carso zu verstehen.
Publikationen und Botanischer Garten
Neben den Feldforschungen veröffentlichte er zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze, die bedeutend zur Verbreitung des historischen und naturalistischen Wissens über das Gebiet beitrugen, und er war auch ab 1903 Direktor des städtischen Botanischen Gartens, anerkannt für seine systematische Tätigkeit in den Naturwissenschaften.
Erbe und Historischer Kontext
Sein Erbe wird in Trieste noch heute gefeiert, wo einer der zwölf castellieri im Gebiet von Duino-Aurisina den Namen "Castelliere Carlo de Marchesetti" zu seinen Ehren trägt.
Seine Arbeit fand in einer Periode großer sozialer und kultureller Veränderungen statt, zwischen dem letzten Jahrhundert der habsburgischen Herrschaft und der ersten Nachkriegszeit, und trug dazu bei, die wissenschaftliche und historische Identität von Trieste als Grenzstadt und Kreuzungspunkt von Kulturen zu definieren.