Casa Sardotsch (Casa Bizantina)

Historische Karte - Trieste

Casa Sardotsch (Casa Bizantina)

Die Casa Sardotsch, auch bekannt als Casa Bizantina (Byzantinisches Haus), war ein elegantes historisches Gebäude im Stadtviertel Barriera Vecchia in Triest. Es wurde vom Ingenieur Raffaele Vicentini entworfen und 1875 im Auftrag von Nicolò Sardotsch, einem Mitglied einer ortsansässigen Familie, errichtet.

Der Ingenieur Raffaele Vicentini

Raffaele Angelo Vicentini (San Pier d'Isonzo, um 1826 – Conegliano, 1885) war ein Wasserbau- und Bauingenieur, der ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in Triest tätig war. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählt das Projekt für einen neuen Hafen der Stadt Triest von 1863 sowie Studien zur Trockenlegung und Bewässerung des Isonzo und ein Bericht über die Wasserleitung von Triest (1871). Die Urheberschaft der Casa Sardotsch wird ihm von der lokalen Triester Geschichtsschreibung zugeschrieben.

Architektur und Bedeutung

Die Architektur des Gebäudes war von einem historistischen Stil geprägt, der byzantinische Elemente aufgriff — daher der Beiname Casa Bizantina — und es zu einem der Sinnbilder für die Vielvölkerschaft und den Kosmopolitismus machte, die für Triest in der österreichisch-ungarischen Zeit typisch waren. Es stand am Eingang zum Largo Barriera Vecchia; rechts davon verlief die via dell'Arcata, die heutige via Carducci, die mit den Abrissen der 1930er Jahre verschwand.

Das Caffè Bizantino

Im Erdgeschoss beherbergte die Casa Sardotsch ein bekanntes städtisches Kaffeehaus, das Caffè Bizantino, geführt von Matteo Covacich und besucht von einer zahlreichen und heterogenen Kundschaft voller kultureller Anregungen.

Städtebauliche Umgestaltung und Abriss

In den 1930er Jahren erfuhr das Gebiet mit der vom Podestà Enrico Paolo Salem vorangetriebenen Neugestaltung und der Entstehung des Piazza dell'Impero (heute Largo della Barriera Vecchia) tiefgreifende Veränderungen.

Nachkriegszeit und Wiederaufbauprojekte

Mit dem Präsidialbeschluss Nr. 407 vom 6. Juli 1946 wurde der Piazza dell'Impero in Largo della Barriera Vecchia umbenannt. Ab Mitte der 1990er Jahre wurde mehrfach über einen Wiederaufbau der Casa Bizantina diskutiert: Das Projekt, das die Stadtverwaltung dem Architekten Peter Lorenz anvertraute und das 2006 erneut geprüft wurde, sah einen Wiederaufbau aus Glas und Stahl als multikulturelles Zentrum vor, wurde jedoch nie verwirklicht.

Der Verlust der Casa Sardotsch ist eines der vielen Beispiele dafür, wie die städtebauliche Umgestaltung zahlreiche Zeugnisse des Triest des 19. Jahrhunderts auslöschte und das historische und kulturelle Gefüge der Stadt tiefgreifend veränderte.

Verwandte Entitäten

Keine verwandten Entitäten verfügbar.

Verwandte Fotos

Erkunden