Casa Sardotsch, auch bekannt als Casa Bizantina, war ein elegantes historisches Gebäude in der Gegend von Barriera Vecchia in Trieste. Es wurde vom Ingenieur und Architekten Raffaele Vicentini entworfen und im 1875 im Auftrag von Nicolò Sardotsch, einem Vertreter einer lokalen Familie, gebaut.
Architektur und Bedeutung
Die Architektur des Gebäudes zeichnete sich durch einen historistischen Stil aus, der byzantinische Elemente aufgriff, und hob die Struktur als eines der Symbole der Multiethnizität und des Kosmopolitismus hervor, die typisch für Trieste in der austro-ungarischen Epoche waren.
Das Caffè Bizantino
Casa Sardotsch beherbergte außerdem ein bekanntes städtisches Café, das Caffè Bizantino, das von einer heterogenen Klientel mit reichem kulturellem Gärung frequentiert wurde.
- Es war bereits 1909 mit einem Telefon ausgestattet, ein Zeichen für seine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben der Stadt.
Städtebauliche Veränderungen und Abriss
In den '30er Jahren, mit der Umsetzung des neuen städtebaulichen Regelplans und der Entstehung von Piazza dell’Impero (heute Largo della Barriera Vecchia), erfuhr das Gebiet erhebliche städtebauliche Veränderungen.
- Im Rahmen dieses Plans, der auch mit ideologischen Absichten zur Feier des italienischen kolonialen Imperiums gewollt war, wurde Casa Sardotsch 1934 abgerissen, um Platz für diese neue städtebauliche Anordnung zu schaffen, zusammen mit anderen historischen Gebäuden in der Zone.
Nachkriegszeit und Wiederaufbauprojekte
Im Nachkriegszeitraum wurde Piazza dell’Impero in Largo della Barriera Vecchia umbenannt und ab den '90er Jahren wurde über die Möglichkeit diskutiert, Casa Bizantina wiederaufzubauen, ein Projekt, das jedoch aus verschiedenen Gründen nie verwirklicht wurde.
Der Verlust von Casa Sardotsch stellt eines von vielen Beispielen dar, wie die städtebauliche Transformation viele Zeugnisse des Trieste des 19. Jahrhunderts ausgelöscht hat und den historischen und kulturellen Stoff der Stadt tiefgreifend verändert hat.