Joseph Ludwig Franz Ressel (29. Juni 1793 in Chrudim – 10. Oktober 1857 in Ljubljana) war ein österreichischer Erfinder und Forstbeamter böhmischer Herkunft, der vor allem dafür bekannt ist, einen der ersten funktionierenden Schiffsschraubenantriebe zu entwerfen.
Geboren in Böhmen, damals Teil der Habsburgermonarchie, studierte Ressel in verschiedenen Städten und vertiefte sich in mehrere Disziplinen.
Ausbildung und Studium
- Gymnasium in Linz
- Artillerieschule in Budweis
- Universität Wien, wo er Medizin, Mechanik, Physik und Chemie studierte
- Forstakademie in Mariabrunn bei Wien
Berufliche Laufbahn
Als Forstbeamter war er in verschiedenen südlichen Gebieten des Kaiserreichs tätig, insbesondere in Motovun (Montona) in Istrien und in Triest, damals der wichtigste Hafen des österreichischen Reiches.
In Triest leitete er bedeutende Aufforstungs- und Waldverbesserungsarbeiten, insbesondere im Karstgebiet, und testete erstmals seine Schiffsschrauben.
Die Erfindung der Schiffsschraube
Für diese Erfindung erhielt er 1827 ein Patent, das die Schifffahrt revolutionierte, indem es die früheren Paddelräder durch eine schraubenförmige "Schraube" ersetzte, die vom Prinzip der Archimedes-Schraube inspiriert ist.
1829 testete er erfolgreich das Dampfschiff Civetta im Hafen von Triest, erreichte eine Geschwindigkeit von sechs Knoten, bevor ein Dampfrohr explodierte und weitere Versuche unmöglich machte; der Unfall stand nicht im Zusammenhang mit der Schraube.
Weitere Wissenschaftliche Beiträge
Neben der Schiffsschraube ist Ressel auch für andere technische und wissenschaftliche Beiträge bekannt, darunter:
- Die Erfindung des pneumatischen Postsystems
- Kugel- und Zylinderlager
Vermächtnis
Sein Andenken wird durch regionale Ehrungen wie den Josef-Ressel-Weg im Karstgebiet zwischen Italien und Slowenien gewürdigt.