Opčine / Opcina

Historische Karte - Trieste

Opčine / Opcina

Hoch oben am Rand des Triestiner Karstes thront Opicina über der Stadt — mit der stillen Würde eines Ortes, der weiß, dass er jahrhundertelang weit mehr war als ein einfacher Vorort. Seine Geschichte ist die eines Durchgangspunktes, der zum Knotenpunkt wird; eines Hirtendorfes, das sich in ein kommerzielles und klimatisches Zentrum des größten Imperiums Europas verwandelt.

Dunkle Ursprünge, Regenwasser und Grenzvölker

Die Ursprünge Opicinas verlieren sich in unsicherer Geographie. Der erste Siedlungskern entstand um den Bardina-See, einen Regensammelteich in einem Gebiet, in dem Wasser ein seltenes und kostbares Gut war. Die ersten Bewohner waren Cicci und Morlachen, Grenzvölker, die sich der Viehzucht sowie dem Handel mit Kohle und Holz widmeten — zähe Menschen, gehärtet durch die Strenge des Karstes, die das Romanio sprachen, eine Sprache mit italienischen Verwandtschaften, die von Tommasini und Ireneo della Croce beschrieben wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1315, als kirchliche Dokumente die "eclesia sancti bartolomei de obchena" verzeichnen. Fünfunddreißig Jahre später, im Jahr 1350, erscheint der Name in den Statuten von Triest — ein Zeichen dafür, dass das Dorf bereits eine erkennbare Identität besaß.

Die Straße, die alles verändert

Jahrhunderte lang blieb Opicina am Rand. Dann kamen die Straßen — und mit den Straßen kam die Geschichte.

Im Jahr 1739 wurde die erste Königsstraße eröffnet, die Triest mit Opicina in Richtung Italien verband. Den entscheidenden Wendepunkt brachte Gouverneur Carl von Zinzendorf: Im Jahr 1777 ließ er eine richtige Handelsstraße anlegen — den ersten Abschnitt einer Achse nach Wien, die 1780 fertiggestellt wurde. Opicina wurde zur Schwelle zwischen Triest und dem Herzen des Imperiums.

Die endgültige Weihe erhielt das Dorf am 1. September 1830 mit der Einweihung der Strada Nuova nach Opicina, gebaut zwischen 1828 und 1830 unter der Leitung des Ingenieurs Valentino Valle. Die Società di Minerva ließ eine Medaille in Gold, Silber und Kupfer prägen, und neben der Straße wurde ein Obelisk errichtet mit dem Motto "Opus romanum aere austriaco": ein römisches Werk, finanziert mit österreichischem Gold.

Der Wald, die Luft, der Kurort

Zwischen 1862 und 1878 verwandelten drei Aufforstungskampagnen — unter den Namen Volpi, Tommasini und Bertoloni — den kahlen Karst in eine grüne Lunge, die im Jahr 1900 den Grand Prix auf der Weltausstellung in Paris erhielt. Opicina wurde eine "Klimastation von Naturrechts wegen". Das Hotel Obelisco — einst eine Pferdewechselstation — wurde zum Anlaufpunkt für illustre Reisende: R.F. Burton vollendete hier seine berühmte Übersetzung von Tausendundeiner Nacht.

Die Straßenbahn, die Eisenbahn, die Moderne

Am 15. Dezember 1864 öffnete der Bahnhof der Linie Laibach–Triest seine Türen. Die Straßenbahn, vom Ingenieur Geiringer entworfen und am 9. September 1902 eingeweiht, verband Triest mit Opicina durch eine Zahnradbahn. Bis heute ist sie eines der beliebtesten Wahrzeichen von Triest.

Eine wachsende Gemeinschaft

Die Bevölkerung wuchs stetig: 507 Einwohner im Jahr 1782, 2.167 im Jahr 1918. Das slowenische Volkstracht — hohe Stiefel und dunkler Samt für die Männer; weißer Kopfschmuck mit Spitzen für die Frauen — lebte neben der habsburgischen Moderne fort. Am 30. und 31. Mai 1901 förderten Bauarbeiten römische Funde zutage — stilles Zeugnis eines Römischen Lagers westlich des Zentrums.

Die Schwelle des Imperiums

Opicina ist eine Geschichte von Schwellen — zwischen der Stadt und dem Karst, zwischen Italien und Österreich, zwischen dem Mittelmeer und dem Herzen Europas. Jede gebaute Straße, jede verlegte Schiene, jeder gepflanzte Baum war ein Akt habsburgischen Willens, ferne Welten zu verbinden.

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