Die Piazza Vittorio Veneto ist einer der bedeutendsten historischen Plätze von Triest, gelegen im Viertel Borgo Teresiano, in der Nähe des Hauptbahnhofs (Stazione Centrale) und unweit der Piazza Oberdan.
Ursprünge im 18. Jahrhundert
Der Platz entstand im 18. Jahrhundert im Zuge der städtebaulichen Erweiterung, die zur Anlage des Borgo Teresiano führte. Ursprünglich hieß er Piazza della Dogana (Zollplatz), nach dem hier gelegenen Zollamt (Dogana) der österreichisch-ungarischen Verwaltung, und spiegelte die strategische und administrative Rolle der Stadt unter dem Habsburgerreich wider.
Die wichtigsten Gebäude des späten 19. Jahrhunderts
Zwischen 1890 und 1894 wurde nach der Verlegung des Zollamtes das alte Gebäude abgerissen und durch den prächtigen Postpalast ersetzt, ein imposantes Gebäude im Wiener Stil, das Post-, Telegrafen- und Finanzämter beherbergte — und bis heute beherbergt.
Gleichzeitig wurde auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes der Eisenbahnpalast errichtet, entworfen vom Ingenieur Raimondo Sagors und 1895 vollendet; jahrzehntelang war er Sitz sowohl der österreichisch-ungarischen als auch der italienischen Eisenbahnverwaltung.
Der Tritonenbrunnen
In der Mitte des Platzes steht der berühmte Tritonenbrunnen (Fontana dei Tritoni), der zusammen mit den großen Palästen des späten 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Sein Bau diente auch dem kuriosen Zweck, den zentralen Raum zu besetzen und die Errichtung eines Denkmals für Kaiser Franz Joseph I. von Österreich zu verhindern.
Die Umbenennung von 1919
1919, am Ende des Ersten Weltkriegs, erhielt der Platz seinen heutigen Namen zur Erinnerung an die Schlacht von Vittorio Veneto, das Ereignis, das das Ende der österreichisch-ungarischen Herrschaft über die Stadt und einen Wandel der politischen Identität Triests markierte.
Historische Funktionen des Eisenbahnpalasts
Der Eisenbahnpalast hatte im Laufe der Zeit zahlreiche Funktionen:
- Sitz der Eisenbahnverwaltungen
- Ausländische Konsulate (Argentinien, Norwegen, Portugal)
- Schifffahrts- und Speditionsgesellschaften
- Werksvereine (Dopolavoro)
- Erste-Hilfe-Station des Italienischen Roten Kreuzes
- Ein Theater (das Teatro del Dopolavoro Ferroviario), 1949 in das Kino Vittorio Veneto umgewandelt
Zeitgenössische Neugestaltung
Zwischen 2000 und 2005 wurde der Platz vom italienisch-slowenischen Architekten Boris Podrecca neu gestaltet, der auch eine Tiefgarage anlegte und dabei den historischen Charakter und die Harmonie des Raumes wahrte.
Der Platz ist ein perfektes Beispiel für die Architektur im Wiener Stil in Triest und zeugt von der historischen und kulturellen Schichtung der Stadt, in der das österreichische und das italienische Erbe nebeneinander bestehen.