Sebastianutti & Benque war ein Fotostudio, das in Triest von 1867 bis 1869 und später von 1879 bis 1898 aktiv war und ein zentrales Kapitel in der Geschichte der triestinischen Fotografie im 19. Jahrhundert darstellt.
Ursprünge und Gründung
Das Studio entstand aus der Zusammenarbeit zwischen Guglielmo Sebastianutti, einem triestinischen Uhrmacher, und Francesco Benque (geboren Franz Benque in Ludwigslust, Deutschland, 1841), einem in Deutschland ausgebildeten Fotografen. 1864 antwortete Benque auf eine Anzeige von Sebastianutti und zog nach Triest, wo er ein Studio in der via dell'Annunziata 11 eröffnete, zunächst als Benque & Sebastianutti. Benque heiratete Isabella, die Stieftochter von Sebastianutti, was ihre persönliche und berufliche Bindung festigte.
Erste Periode (1867-1869)
Die Gesellschaft firmierte als Benque & Sebastianutti bis 1869, als Benque mit Isabella nach Deutschland ging, Studios in Hamburg und Bremen gründete und dann nach Brasilien (1870) zog, wo er Auszeichnungen wie die Goldmedaille auf der Wiener Exposition erhielt. Sebastianutti setzte allein fort und festigte seine soziale Stellung in Triest.
Rückkehr und Wiederaufnahme (1879-1898)
Benque kehrte 1876 nach Triest zurück und stellte 1879 die Gesellschaft als Sebastianutti & Benque wieder her, weiterhin in der via dell'Annunziata 11. Nach Sebastianuttis Tod 1881 und seinem Umzug nach Mailand führte Benque das Geschäft fort und verlagerte das Studio 1887 in die Piazza Borsa. 1898 änderte sich der Name zu Francesco Benque Nachfolger von Sebastianutti & Benque.
Historische Bedeutung
Das Atelier porträtierte das Triest des späten 19. Jahrhunderts, die Oberschicht und wurde zum Synonym für moderne Fotografie. Es trug zur kulturellen Entwicklung der Stadt bei, als Hafen zwischen Orient und Okzident, und dokumentierte soziale und architektonische Veränderungen in einer Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs im Österreichisch-Ungarischen Reich. Das Studio endete 1901 in Triest, als Benque nach Villach zog, wo er 1921 starb.