Teatro Lirico Giuseppe Verdi

Historische Karte - Trieste

Teatro Lirico Giuseppe Verdi

Das Teatro Lirico Giuseppe Verdi, ursprünglich bekannt als Teatro Nuovo und dann Teatro Grande, ist das wichtigste Opernhaus in Trieste und eines der ältesten und prestigeträchtigsten in Italien. Seine Geschichte verflechtet sich mit der städtischen, sozialen und kulturellen Entwicklung der Stadt und spiegelt den Kosmopolitismus und die künstlerische Lebendigkeit von Trieste zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert wider.

Von den Ursprüngen zum Teatro Grande

Der Bau des Theaters wurde vom Unternehmer Giovanni Matteo Tommasini gefördert, um Trieste einen geeigneten Raum für große Opernaufführungen zu bieten, als Ersatz für das kleine „Cesareo Regio Teatro di San Pietro“. Die Arbeiten begannen im 1798 und endeten im 1801. Das Projekt wurde dem Architekten Giannantonio Selva (auch Autor der Fenice in Venezia) für die Innenräume anvertraut, während Matteo Pertsch die Fassaden betreute, inspiriert vom Teatro alla Scala in Mailand, wo er Schüler von Giuseppe Piermarini gewesen war.

Das Theater wurde am 21. April 1801 mit der Aufführung von „Ginevra di Scozia“ von Simon Mayr und „Annibale in Capua“ von Antonio Salieri eingeweiht.

Im 1821 nahm das Theater den Namen Teatro Grande an und wurde zum Mittelpunkt des musikalischen und gesellschaftlichen Lebens der Stadt. Der Saal mit seinem hufeisenförmigen Grundriss, vier Reihen von Logen und Galerie bot eine ursprüngliche Kapazität von 1.400 Plätzen, die später durch die Restaurierungen von 1881-84 auf 2.000 erweitert wurde. Das Ridotto, ein eleganter Ball- und Konzertsaal, war auch Sitz des Stadtrats bis zum Bau des Municipio.

Ein Theater zwischen Italien und Mitteleuropa

Das Teatro Grande war von Anfang an ein Referenzpunkt für die italienische und mitteleuropäische Kultur: Hier debütierten in Trieste die Werke von:

Das Theater beherbergte auch absolute Premieren von Autoren wie Pacini, Ricci, Nicolai, Balfe, Smareglia und Tommasini und war eines der ersten in Italien, das die vollständige Wagner-Tetralogie (1883) aufführte.

Vom Teatro Comunale zum Teatro Verdi

Im 1861 kaufte die Gemeinde Trieste das Theater, das Teatro Comunale wurde. Im 1901, wenige Stunden nach dem Tod von Giuseppe Verdi, beschloss der Stadtrat, das Theater dem großen Komponisten zu widmen, als erstes in Italien mit diesem Namen.

Seitdem ist das Teatro Verdi das Herz des musikalischen Lebens in Trieste geblieben und beherbergt die größten Interpreten und Orchesterdirigenten, von:

Architektur und Restaurierungen

Die Hauptfassade mit ihrer monumentalen Portikus und den Statuen von Apollo, Mars und Pluto erinnert an die Klassik und Monumentalität der großen italienischen Theater.

Das Innere bewahrt noch heute viele der originalen Dekorationen von 1801, bereichert durch die Restaurierungen des 19. Jahrhunderts (Eugenio Geiringer, Josef Horwath) und die jüngsten Eingriffe (1992-1997), die die Struktur konsolidiert und das Theater an moderne Sicherheitsanforderungen angepasst haben.

Der Hauptsaal hat heute eine Kapazität von etwa 1.200 Plätzen, während das Ridotto „Victor de Sabata“ Schauplatz für Kammerkonzerte und institutionelle Veranstaltungen ist.

Das Theater heute

Das Teatro Verdi ist Sitz einer international bedeutenden Opern- und Ballettsaison, einer symphonischen Saison und des berühmten Festival Internazionale dell’Operetta (1950-2011).

Die Fondazione Teatro Lirico Giuseppe Verdi, gegründet 1996, verwaltet heute die künstlerische Tätigkeit mit festem Orchester und Chor, Szenografie- und Schneidereiwerkstätten und einem Programm, das von der großen italienischen Tradition bis zu zeitgenössischen Neuheiten reicht. Das Theater kann auch mit geführten Touren besichtigt werden, die seine Geschichte und architektonischen Geheimnisse erzählen.

Il Teatro Verdi di Trieste bleibt so ein Symbol der kulturellen und kosmopolitischen Identität der Stadt, eine Brücke zwischen Italien und Mitteleuropa, zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Kunst und Gesellschaft.

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