Via del Molino a Vento ist eine der charakteristischsten historischen Hauptverkehrsadern von Triest und fungiert als Gelenk zwischen dem Stadtzentrum (Bereich Largo della Barriera Vecchia und Piazza Garibaldi) und den bevölkerungsreichen Hügelvierteln, insbesondere San Giacomo.
Der Ursprung des Namens
Der Ortsname ist keine Legende, sondern zeugt von einem kuriosen technischen Misserfolg im 18. Jahrhundert. Um 1754 wurde auf der Kuppe des Anstiegs, damals noch offenes Land, ein steinerner Turm mit Windmühlenflügeln errichtet. Ziel war es, den berühmten Bora-Wind zum Mahlen von Getreide zu nutzen. Das Experiment scheiterte jedoch: Der Wind von Triest erwies sich als zu heftig und böig für die damaligen Mechanismen, beschädigte die Flügel oder machte die Mühle unkontrollierbar. Das Bauwerk verfiel bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts, aber der Name blieb unauslöschlich in der Toponymie erhalten.
Stadtentwicklung
Im 19. Jahrhundert, mit der demografischen Expansion Triests, verlor die Straße ihr ländliches Aussehen und wurde zu einer dicht bebauten städtischen Straße, gestützt von massiven Stützmauern (im unteren Teil noch sichtbar), die zur Bewältigung des steilen Hangs errichtet wurden. Sie wurde zur entscheidenden Achse für den Transit der Arbeiter zur Schiffswerft und zu den Fabriken und verband die Unterstadt mit den neuen Arbeitersiedlungen.
Historische Kuriosität
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Straße von den charakteristischen Straßenbahnen Triests (berühmt ist die Linie 10) befahren, die die beträchtliche Steigung der Straße bewältigen mussten und dabei die Motoren und Bremssysteme der damaligen Zeit auf eine harte Probe stellten – ein Bild, das im Gedächtnis der älteren Triestiner lebendig geblieben ist.