Contrada di Riborgo

Historische Karte - Trieste

Contrada di Riborgo
**Via di Riborgo** ist eine historische Straße in Trieste, die bis in die 1930er Jahre des 20. Jahrhunderts das Herz des städtischen jüdischen Ghettos darstellte, das von ***Leopoldo I d’Asburgo*** im Jahr 1696 durch ein kaiserliches Dekret eingerichtet wurde. ### Im Asburgo-Zeitalter Im Asburgo-Zeitalter begann diese Straße bei der piazzetta San Giacomo, die heute nicht mehr existiert, und entwickelte sich durch das jüdische Ghetto, ein Viertel, das durch: - enge und übelriechende Straßen - baufällige Häuser ohne fließendes Wasser - gemeinsame Sanitäranlagen genkennzeichnet war. Es handelte sich um ein Gebiet, das durch hohe Mauern abgegrenzt war, mit kontrolliertem Zugang durch drei Tore, die von christlichen Wachen bewacht wurden. ### Die Schaffung des Ghettos Die Schaffung des Ghettos in diesem Bereich spiegelte den Willen der kaiserlichen Behörden wider, die jüdische Bevölkerung in einem definierten Gebiet zu halten, aber näher gelegen im Vergleich zum vorherigen Trauner-Hof, im Zentrum des wirtschaftlichen Lebens der Stadt in der Nähe von Riborgo, dem kommerziellen Zentrum von Trieste. Dem Ghetto wurden zunächst 13 Häuser um den Platz herum zugewiesen, der *delle Scuole ebraiche* genannt wurde, sowie parallele Straßen, die das Viertel bildeten.[1][3] ### Während der Ersten Nachkriegszeit und im Faschistischen Zwanzigjahrzehnt Während der ersten Nachkriegszeit und im faschistischen Zwanzigjahrzehnt brachten die 1930er Jahre radikale städtebauliche Veränderungen mit sich. Zwischen **1934** und **1938** traf ein imposantes faschistisches Abrisswerk **Via di Riborgo** und das alte Ghetto hart, mit: - der Entfernung von Hunderten von Wohnungen - der Zwangsevakuierung der Bevölkerung **Via di Riborgo** verschwand, um Platz für neue städtebauliche Strukturen zu schaffen; ihr Verlauf wurde durch die aktuelle **via del Teatro Romano** ersetzt, in der heute nur noch Spuren der alten Konfiguration des Viertels zu erkennen sind.[2][5] ### Bedeutende Gebäude Unter den bedeutenden Gebäuden des Gebiets stand einst am Hausnummer 25 der **Via di Riborgo** (heute nicht mehr existent) das Geburtshaus des Dichters ***Umberto Saba***, der das Leben im Ghetto in seiner Poesie und Autobiografie mehrmals erinnert hat, wobei er die schwierigen Lebensbedingungen und die tiefe emotionale Bindung an diesen Ort betonte. In der Nähe der Straße befand sich auch die historische **chiesa di Santa Maria Maggiore**, fast verborgen von den Häusern vor den faschistischen Abrissen, gut sichtbar auf Epochenfotos des Viertels vor seiner Umstrukturierung und städtebaulichen Sanierung der 1930er Jahre.[5] ### Historische Bedeutung **Via di Riborgo** stellt daher ein grundlegendes Element für das Verständnis der triestinischen jüdischen Geschichte und der städtischen Entwicklung der Stadt dar, von der Asburgo-Ära bis zu den tiefgreifenden Umwälzungen der ersten Nachkriegszeit und des faschistischen Regimes.

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