Villa Cosulich, gelegen in der Strada del Friuli in Triest, ist eine historische Residenz mit tiefen Wurzeln, die die reiche soziale und kulturelle Geschichte der Stadt widerspiegelt.
Historischer Kontext
Ursprünglich eine Landvilla im Besitz der Familie der Barone de Burlo, ging das Anwesen 1903 an Demetrio Carciotti, einen Händler aus der Gegend, über. Im Jahr 1906 wurde die Villa, damals Villa Ruthenford genannt, auf Geheiß der Familie Ruthenford wichtigen architektonischen Umgestaltungen unterzogen, die dem Architekten Francesco Piazza anvertraut wurden, der sie zu einer wertvollen neoklassizistischen Residenz machte.
Im Jahr 1920 wurde sie von Antonio Cosulich erworben, einem Vertreter einer historischen Dynastie triestinischer Reeder, die seit dem XVIII Jahrhundert aktiv ist und auch in Lateinamerika bedeutende kommerzielle Interessen hat. Antonio, aus Argentinien zurückgekehrt, wollte eine Villa, die sowohl ein Ort der Repräsentation als auch der Ruhe fernab des städtischen Trubels der Stadt sein sollte, und benannte sie gelegentlich Villa Argentina in Erinnerung an seine südamerikanische Periode um.
Architektur und Park
Villa Cosulich weist einen raffinierten neoklassizistischen Stil auf, eingebettet in einen weitläufigen Park von etwa einem Hektar (10.413 m²), der durch eine große Vielfalt an Baumarten gekennzeichnet ist:
- Steineichen
- Schwarz-Kiefern
- Zypressen
- Linden
- Eschen
- Pappeln
- Buchen
- Rosskastanien
- Zedern
- Sequoien
Der Park teilt sich in einen flachen Bereich nach Süden und einen stärker geneigten Bereich zur Strada del Friuli hin, wo Spielbereiche für Kinder und Erholungsräume geschaffen wurden.
Ereignisse und Spätere Veränderungen
Die Villa blieb bis 1980 im Besitz der Familie Cosulich, als sie an das Istituto Burlo Garofolo übergeben wurde und anschließend 1997 an das Comune di Trieste. Trotz ihrer historischen und architektonischen Bedeutung wurde das Gebäude schrittweise aufgegeben und befindet sich heute in einem Zustand des Verfalls, behält jedoch einen suggestiven Charme zwischen Kletterpflanzen und Brombeeren.
Der Park hingegen wurde im Jahr 2000 saniert und ausgestattet mit Maßnahmen an Wegen, Beleuchtungs- und Bewässerungsanlagen und wird aktiv von der lokalen Gemeinschaft für Freizeit- und Spielaktivitäten genutzt, was einen wertvollen städtischen Grünbereich gewährleistet.
Kuriositäten
Villa Cosulich ist auch bekannt für ihre Beziehung zur Familie Cosulich, die die triestinische Schifffahrtsgeschichte über mehr als zwei Jahrhunderte prägte. Die Villa beherbergte die Tochter von Antonio, Dora Matievich, und war bis 1972 eines der Symbole der adeligen Residenzen von Gretta, einem Viertel von Triest, in dem sie steht. In den 70er Jahren wurde die Struktur teilweise abgerissen, um Platz für Wohngebäude zu schaffen, aber die Hauptvilla und der Park existieren noch immer.