Largo Barriera Vecchia — für die Triestiner schlicht Barriera — ist einer der geschichtsträchtigsten Orte von Triest: ein Scharnier zwischen der Innenstadt und den Volksvierteln, dessen Namen und Verwandlungen zweieinhalb Jahrhunderte Stadtgeschichte erzählen, von der habsburgischen Zollschranke bis zum faschistischen Stadtplan von 1936.
Die Zollschranke und der Ursprung des Namens
Der Name kommt von der Zollschranke (Mautschranke), die hier den Eingang zur Stadt markierte: Bis 1779 befand sich an dieser Stelle das alte Zollamt, wo Fuhrwerke und Waren vor der Einfahrt nach Triest den Zoll entrichteten. In jenem Jahr wurde das Zollamt an den Anfang der neuen Handelsstraße nach Deutschland verlegt — und dieser neue Übergang erhielt den Namen Barriera Nuova (Neue Schranke), womit die ursprüngliche Schranke zur „alten" wurde. Der alte Übergang verschwand nicht sofort: Er blieb als Amt zur Einhebung von Zöllen und Maut bis 1849 in Betrieb, dann wurde es in die Via dell'Istria verlegt. Seither bezeichnet der Ortsname Barriera Vecchia dieses Areal, das inzwischen zu einem Knotenpunkt der wachsenden Stadt geworden war.
Der Bach und die Via del Torrente
Während des gesamten 18. und 19. Jahrhunderts wurde das Gebiet von einem Bach durchquert, der entlang der Achse der heutigen Via Carducci zum Meer hinabfloss — nicht zufällig bis 1907 Via del Torrente (Bachgasse) genannt, als sie nach dem kurz zuvor verstorbenen Dichter benannt wurde. Die Überwölbung des Wasserlaufs im Bereich des Largo war bereits 1857 geplant: Seine Kanalisierung ermöglichte die städtebauliche Verbindung der Barriera mit der Stadt des 19. Jahrhunderts. Wenige Schritte weiter nördlich entstand die angrenzende Piazza Garibaldi aus derselben Geographie von Wasserläufen und Zollposten.
Das 19. Jahrhundert: Kaffeehäuser, Palais und das Leben der Barriera
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war Largo Barriera Vecchia ein Ort des Durchgangs und der Begegnung, mit eklektischen Gebäuden, die den Triester Kosmopolitismus unter der österreichisch-ungarischen Monarchie widerspiegelten:
- Das byzantinische Haus (Casa Sardotsch): erbaut 1875 von Raffaele Vicentini, Sitz eines berühmten Stadtcafés und kultureller Treffpunkt.
- Das Gebäude Largo Barriera Vecchia 6 (Casa Caccia): datiert 1862, eines der erhaltenen architektonischen Beispiele des 19. Jahrhunderts.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Gegend von den literarischen Gestalten des großen Triest durchquert: Italo Svevo, Umberto Saba und James Joyce, der in den Jahren der Entstehung des Ulysses in der Nähe wohnte.
Piazza dell'Impero: 1936
Mit dem faschistischen Stadterneuerungsplan veränderte das Areal 1936 sein Gesicht: Der Abriss der Häuserblöcke zwischen der Via dell'Arcata (heute Via Carducci) und der Barriera Vecchia schuf Platz für die Piazza dell'Impero (Platz des Imperiums), eingeweiht am 28. Oktober 1936 in Anwesenheit des Herzogs Amedeo d'Aosta. Die Begradigung der Straßen und die Beseitigung ganzer Gebäude des 19. Jahrhunderts veränderten das architektonische und soziale Gefüge radikal — und löschten historische Zeugnisse aus, denen man heute nachtrauert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte der Platz mit Präsidialbeschluss vom 6. Juli 1946 zu seinem Namen des 19. Jahrhunderts zurück: Largo Barriera Vecchia, der ihn bis heute bezeichnet.
Das volkstümliche 20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert war das Viertel eines der Herzen des volkstümlichen Triest:
- die Kinos Alabarda und Massimo;
- historische Geschäfte wie das Paradiso della Seta;
- der Überlandbusbahnhof, abgerissen 1984.
Heute bewahrt Largo Barriera Vecchia seinen Charakter als kommerzieller und kultureller Kreuzungspunkt zwischen der Altstadt und dem Viertel San Giacomo: ein Ort, dessen Name — Barriera — noch immer von der Torfunktion erzählt, die ihn hervorgebracht hat.