Piazza Goldoni im Herzen von Triest ist einer der wichtigsten städtischen und gesellschaftlichen Knotenpunkte der Stadt. Ihre Geschichte ist eng mit der städtebaulichen und kommerziellen Entwicklung Triests zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert verbunden und spiegelt den sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Wandel wider, der die Stadt geprägt hat.
Von den Anfängen zum Holzmarkt (Piazza della Legna)
Bis ins 18. Jahrhundert war das Areal, auf dem heute die Piazza Goldoni liegt, eine ebene Fläche mit Gemüsegärten, Weinbergen und Obstbäumen, begünstigt durch das reichliche Wasser der Bäche, die vom Hügel Montuzza herabflossen. Auf dieser Lichtung, die von Fuhrleuten auf dem Weg nach Istrien durchquert wurde, stand ein alter Brunnen, der San-Lazzaro-Brunnen, nahe einem kleinen Leprosenhaus, das dem Platz seinen ersten Namen gab: Piazza San Lazzaro.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts verwandelte sich das Gebiet allmählich in einen städtischen Raum, mit dem Bau von Palästen und der Anlage neuer Straßen.
- Ab 1820 trug der Platz den Namen Piazza della Legna (Holzmarkt) wegen eines lebhaften Holzmarktes, der von den Bäumen des Hügels Montuzza gespeist wurde, der für Baumaterial der wachsenden Stadt abgetragen wurde.
- Der Markt, belebt von den berühmten venderigole (den Frauen, die Obst, Gemüse und andere Lebensmittel verkauften), wurde zu einem Bezugspunkt des Triester Volkslebens.
- In der Mitte des Platzes stand ein alter Brunnen, der 1774 in einen Zierbrunnen umgewandelt wurde und sowohl die Bewohner als auch die Händler mit Wasser versorgte.
Städtebauliche und architektonische Umgestaltungen
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war der Holzmarkt Schauplatz bedeutender Veränderungen.
- Bau der wichtigsten Gebäude:
- Casa Caccia (1875)
- Palazzo Tonello (1801)
- Palazzo Sordina
Diese Bauten markierten den Übergang vom ländlichen Raum zum städtischen Zentrum.
1856 wurde das Theater Armonia (später Goldoni) eingeweiht, das dem Platz weiteres Ansehen verlieh, jedoch 1912 aus Sicherheitsgründen abgerissen wurde. Der Platz wurde zudem zu einem wichtigen Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs, durchquert von Straßenbahnen, Oberleitungsbussen und später den wichtigsten Buslinien.
Vom Markt zum Stadtzentrum
Der Holzmarkt und der Markt der venderigole blieben bis 1936 aktiv, als die Markthalle (Mercato Coperto) eröffnet wurde, die den Handel in einem moderneren und hygienischeren Gebäude zusammenführte.
Inzwischen hatte der Platz den Namen Piazza Goldoni angenommen (ab 1902), zu Ehren des berühmten venezianischen Komödiendichters Carlo Goldoni, dank des ihm gewidmeten Theaters. Während des Ersten Weltkriegs, zwischen 1915 und 1918, wurde der Name aus politischen Gründen vorübergehend wieder zu Piazza della Legna, doch ab 1919 wurde er endgültig wieder Piazza Goldoni.
Kuriositäten und Symbole
Die Piazza Carlo Goldoni ist auch reich an Anekdoten und Symbolen:
- Das Uhrtürmchen des Palazzo Tonello, das seit 1959 stets dieselbe Uhrzeit (10:45) anzeigt, ist zu einem kuriosen Wahrzeichen der Stadt geworden.
- Der Platz war Schauplatz von Märkten, Volksfesten, Umzügen, Kundgebungen und, in der Nachkriegszeit, eines lebhaften gesellschaftlichen und kommerziellen Lebens.
Heute ist er ein Treffpunkt zwischen dem volkstümlichen Triest des Stadtteils Barriera und der Altstadt, eine Kreuzung von Verkehr und Kulturen, und bleibt ein lebendiger und dynamischer Raum, trotz der Umbauten, die sein ursprüngliches Aussehen verändert haben.
So bleibt die Piazza Goldoni ein Ort der Erinnerung und Identität für Triest, Zeuge der Wandlungen der Stadt und ihrer Menschen: vom Holzmarkt bis zu den modernen Buslinien, von den venderigole bis zu den neuen Generationen der Triester.